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Sonntag, 8. November 2015

Montag, 12. Oktober 2015

Warnmeldung: Knollenblätterpilzvergiftungen bei Flüchtlingen - auch in Berlin!

Von der Direktion der Charité erreilte uns heute früh folgende dringende Warnmeldung:

 

"In zwei Berliner Krankenhäusern liegen 2 Flüchtlinge mit Knollenblätterpilzvergiftungen, offensichtlich, weil sie selbstgesammelte Pilze mit ungiftigen Pilzen in ihrer Heimatregion verwechselt haben."

 

 

Telefonische ärztliche Hilfe rund um die Uhr
Telefon: +49 30 - 19240 (Tag und Nacht)

 Die nachstehend verlinkten, mehrsprachigen Aufklärungsplakate sollten daher in möglichst vielen Flüchtlingsunterkünften und Schaukästen an Waldparkplätzen aufgehängt werden. 


Die Medizinische Hochschule Hannover hat sie entworfen und verschickt sie großflächig in ganz Deutschland per Mail.
Das Plakat warnt vor dem Verzehr des Knollenblätterpilzes und wurde in sieben Sprachen übersetzt, darunter Arabisch, Türkisch und Kurdisch. Zusätzlich zu den Hinweisen zeigt es ein Bild des Pilzes. Er hat nach den Berichten von Flüchtlingen große Ähnlichkeit mit essbaren Arten aus Syrien. Durch die Verwechslungsgefahr haben sich in dieser Woche insbesondere syrische Asylsuchende an ihm vergiftet. Das Plakat wurde binnen zweier Tage vom Flüchtlingshilfe-Netzwerk der Klinik umgesetzt, dem laut Zorn „rund 100 Angestellte vom Doktor bis zum Arbeiter“ angehören. Sie übersetzten zunächst ein Plakat des Giftinformationszentrums Göttingen.
„Das Foto hat uns dann eine Fotografin aus Hannover zur Verfügung gestellt“, sagte Zorn. Der fertige Aushang steht auf der Website der MHH als Download bereit. Hier :
Das Poster auf arabisch finden Sie hier.
Das Poster auf kurdisch finden Sie hier.
Das Poster auf persisch finden Sie hier.
Das Poster auf deutsch finden Sie hier.
Das Poster auf russisch finden Sie hier.
Das Poster auf englisch finden Sie hier.
Das Poster auf türkisch finden Sie hier.
Das Poster auf französisch finden Sie hier.
 




Auf den Beitrag vom 25.09.2015 in diesem Blog wird noch einmal verwiesen.

Sonntag, 11. Oktober 2015

ca. 30% aller Flüchtlinge benötigen medizinische Nothilfe - bisher: 1.500 Hilfeleistungen

Nach Angaben des Betreibers haben mittlerweile etwa 4.500 Menschen die Notunterkunft im Olympiapark mit seinen maximal 1.000 Betten passiert. Es handelt sich um eine große Flüchtlingsdrehscheibe.
Die von Anfang an durch freiwillige ÄrztInnen, ZahnärztInnen, Pfleger, Krankenschwestern, Kinderkrankenschwestern, OpSchwestern und anderen Fachbereichen organisierte medizinische Notversorgung wurde, in guter deutscher Manier, möglichst von Anfang an vollständig erfasst und dokumentiert. Hierzu wurde pro Arzt/Patientenkontakt ein Dokumentationsbogen angelegt und ordentlich buchhalterisch abgeheftet. Auf diese Weise konnten wir bereits mehrfach, und das auch nach vielen Tagen, das Geschehen "entchaotisieren", zB bei Verschlimmerungen und Wiedervorstellungen, und ordentlich nachvollziehen; genau so, wie in einer guten Klinikambulanz, einer Arztpraxis oder einem Sanitätsbereich der Armee bei der übenden Truppe.
Gestern nun haben wir eine etwas tiefe gehende Erstanalyse der umfangreichen Dokumentation vorgenommen. Demnach haben etwa 30 % jener 4.500 Menschen, also ca 1.500 Menschen um ärztliche bzw. zahnärztliche Hilfe im "medicalPoint" im Betonbunker nachgesucht und diese dort auch erhalten, soweit wir nicht an unsere Grenzen kamen. Dann griff und greift eine sehr gute und verständnisvolle Zusammenarbeit, bisweilen auch sehr unbürokratisch - das kann nicht hoch genug eingeschätzt werden in dieser Lage (!)- mit einer großen und bekannten Klinik in Rufweite, also im Westend.
Diese Zahlen, die binnen 4 Wochen vorzuweisen sind, sind beeindruckend, denn alles wurde dort wirklich völlig aus dem Nichts heraus organisiert, ja beinahe "gezaubert".
Wurde ärztliche/zahnärztliche/medizinische Hilfe zunächst ausschliesslich von freiwilligen Kolleginnen und Kollegen, sowie professionellen Kräften aus Rettungsstellen, Kinderkliniken und OP's getragen, so hilft uns nun, jeweils von MO-FR, stundenweise ein weiterer großer Klinikträger mit regelmässig, nur für diese Aufgabe abgestelltem, ärztlichem -und demnächst auch organisatorischem- Personal diese echte Riesenaufgabe zu bewältigen. - Wir haben hier den Eindruck, dass es jetzt erst richtig losgeht.
Lebensfähige Strukturen hat ausschliesslich freiwilliges Engagement geschaffen. Der Staat hielt sich äusserst bedeckt - und: das ist noch sehr sehr diplomatisch fornuliert. - Um die Überlebensfähigkeit zu gewährleisten, sind nun ergänzende, strukturelle Voraussetzungen, im Interesse der geschundenen Menschen, geschaffen worden. Dafür sind wir sehr dankbar - wenngleich die beteiligten Behörden sich weiterhin im Krisenmodus und überwiegend auf Tauchstation befinden. Natürlich werden in div. Stäben grundlegene Konzepte erarbeitet. Das ehrenamtliche Engagement bleibt -selbstredend- darüber hinaus gefagt, erhalten und erforderlich! Dieses dictum bleibt unveränderlich bestehen! Der hochengagierte Einsatz all dieser Kräfte und die wirklich reibungslose, hochprofessionelle Zusammenarbeit vor Ort sind beeindruckend.
Übrigens: Auch wenn es im Stress der nahezu stündlich neu erfundenen Selbstorganisation naturgemäß zunächst untergeht: die geflüchteten Menschen hier nehmen, und das zu Hunderten, sehr wohl ganz genau wahr, was hier alles für sie medizinisch geleistet wird. - Dies wird insbesondere in Gesprächen, in einer ruhigen Minute mit dem Wachschutz geführt, überdeutlich und sehr schnell völlig klar. "Wenn alles einmal besser ist, dann....." so enden derzeit viele Unterhaltungen mit der hier ganz besonderen Security, denn die Security spricht Farsi, Arab, Türkisch, Paschtu, Dari und damit all jene Sprachen, die dem durchschnittlich deutschen Arzt nicht ohne weiteres verständlich sind, es sei denn, er ist Landsmann. Und davon haben wir hier auch einige, die sich ihrem jeweiligen Ursprungsvolk noch verantwortlich fühlen. - Auch das baut auf!

Mittwoch, 30. September 2015

der "grüne Schein"... der hier allerdings doch eher trügt...

Manchmal trügt der Schein. So beispielsweise für die Personengruppe, die in der Notunterkunft Olympiapark aufhältig ist und laufend wechselt. Mittlerweile waren es bereits mehr als 4.500 Menschen. Weitere amtliche Infos dort:
hier: Medizinische Versorgung von Asylsuchenden, die noch nicht in einer Erstaufnahmestelle registriert sind und noch keinen Grünen Schein besitzen.
darin, u.a. das:
"Abrechnung noch nicht registrierter Asylbewerber ohne Grünen Schein - Aufgrund der enormen Zugangszahlen in Berlin verzögert sich in einigen [Anm.: welch euphemistischer Sprech, völlig an der aktuellen Realität vorbei] Fällen die Registrierung der Asylsuchenden und damit auch die Ausgabe der "Grünen Scheine". Sollte ein Patient ohne diesen Behandlungsschein bei Ihnen vorstellig werden, bittet das LaGeSo darum, sich in akuten dringend den Einzelfällen direkt an den Sozialdienst des Landesamtes für Gesundheit und Soziales zu wenden [Kontaktdaten werden, sicher nicht ganz ohne Grund, hier wohlweislich verschwiegen], um einen personenbezogenen Krankenschein zu erhalten. Eine ärztliche Behandlung ohne Krankenschein sollte vermieden werden. Hinsichtlich in der Vergangenheit erbrachter ärztlicher Leistungen ohne Krankenschein sowie in Einzelfällen auch entsprechender künftiger Fälle kann die Rechnung über den einfachen GOÄ- Satz (!!) direkt beim LaGeSo –II A  3000 – eingereicht werden."